18.11.2021: Vom 31.Oktober 2021 bis 13. November 2021 fand im schottischen Glasgow die 26. UN-Klimakonferenz, international bekannt als COP 26 (englisch United Nations Framework Convention on Climate Change, 26th Conference of the Parties), statt. Gastgeber der Konferenz war Großbritannien in Partnerschaft mit Italien. Delegierte von rund 200 Ländern sowie zahlreiche Klimaschutzaktivisten waren zu Gast in Glasgow.
Ziel des Kongresses war es, den weltweiten Klimaschutz effektiv voranzutreiben und hierbei das 1,5 Grad-Ziel des Pariser Abkommens im Blick zu behalten sowie weiterhin anzustreben.

2 Wochen lang haben die Delegierten der Länder hierzu beraten, Beschlüsse erstellt und einander Zugeständnisse gemacht. Die wichtigsten Ergebnisse der 26. UN-Klimakonferenz können wie folgt zusammengefasst werden:

Ein Eindruck der 26. UN-Klimakonferenz. Quelle: www1.wdr.de

  • Die Bemühungen zur Begrenzung des Temperaturanstiegs auf 1,5 Grad werden fortgesetzt.
  • Die Nationalen Klimaschutzziele der Länder sollen bis Ende 2022 (anstatt 2025) auf den Prüfstand gestellt werden.
  • Die Nutzung von Kohlekraftwerken ohne CO2-Abscheidung soll schrittweise verringert werden.
  • Anerkannt wird, dass der Klimawandel immer größere Schäden anrichtet und somit Finanzhilfen nötig sind; die Industriestaaten werden daher aufgefordert, ihre Anpassungshilfen für die Entwicklungsländer bis 2025 zu verdoppeln.
  • Die Staaten werden ermutigt im Fünfjahresrhythmus über ihre nationalen Klimaschutzziele Bericht zu erstatten.
  • Die Umsetzung des Artikels 6 Pariser Klimaabkommen wurde beschlossen. Hierbei finanzieren Industriestaaten oder Unternehmen Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungsländern und schreiben sich die daraus resultierenden Emissionseinsparungen gut.
  • Die USA und China wollen künftig verstärkt zusammenarbeiten. Beide Länder erkennen an, dass zwischen ihren bisherigen Zusagen zur CO2-Verringerung und den Pariser Klimazielen eine Differenz besteht.
  • 190 Staaten, Regionen und Organisationen wollen aus der Kohleverstromung aussteigen.
  • Circa 40 Länder wollen die Finanzierung fossiler Energieträger im Ausland beenden.
  • Mehr als 110 Staaten wollen bis 2030 den weltweiten Verlust der Wälder zu stoppen.
  • 105 Länder streben eine Minderung ihres Methan-Ausstoßes bis 2030 um 30% an.

Am Ende einigten sich die Delegierten der Länder in ihrer Schlusserklärung auf den verstärkten Kampf gegen die Erderwärmung und vereinbarten weitere Umsetzungsregeln zum Pariser Klimaabkommen.

Im Vorfeld der 26. UN-Klimakonferenz zeichnete der Künstler Greg Mitchell in Edinburgh ein Wandgemälde auf dem die brennende Erde mit der Aufschrift „While you were talking“, zu Deutsch: „Während ihr geredet habt“, zu sehen ist. Foto: © picture-alliance, empics | Jane Barlow

Aus Sicht der Autorin ein eher ernüchterndes Ergebnis, betrachtet man die teilweise wässrigen Formulierungen und eingebauten Schlupflöcher. Zudem berichtete am 9. November 2021 die englischsprachige Internetseite Climate Action Tracker, „dass die derzeitigen Ziele für 2030 völlig unzureichend sind und die globale menschliche Zivilisation bis zum Ende des Jahrhunderts auf einen Temperaturanstieg des Erdsystems von 2,4 °C zusteuert.“ Die Verantwortlichen der Seite werteten die Zusagen von 40 Ländern zu Net-Zero-Emissionssenkungen aus. Hierbei stellte sich heraus, dass nur Nationen, die für lediglich 6 % der weltweiten Emissionen verantwortlich sind, Ziele festgelegt haben, die als „akzeptabel“ eingestuft werden können. Darunter befindet sich beispielsweise die EU – Deutschland allerdings nicht.
Dies zeigt, dass Ziele umfassend und mit einem detailliert veröffentlichten Plan verbunden sein müssen, welcher die konkreten Schritte und Wege beschreibt. Derzeit scheitern die Bestrebungen der meisten Länder daran, aber auch an der Umsetzung. Die 26. UN-Klimakonferenz hinterlässt somit gemischte Gefühle.

AS