06.08.2019 „Dass tagtäglich Küchenabfall und andere Reststoffe in der Bio- oder Abfalltonne verschwinden, ohne deren energetischen Inhalt zu nutzen, ist Vergeudung von Ressourcen“, so die mahnenden Worte des Bundestagsabgeordneten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Herrn Johannes Selle anlässlich eines Besuches gemeinsam mit dem CDU-Fraktionsvorsitzenden im Jenaer Stadtrat Herrn Guntram Wothly im BioEnergie Verbund e.V. (BEV) in Jena am 17.07.2019.

Die positive Antwort dazu lieferte das im BEV integrierte Robert Boyle Institut e.V. (RBI) mit der Vorstellung einer neuartigen, mehrstufigen „Biogas-Anlage 2.0“ zur effizienten Bioabfallnutzung. Seit mehreren Jahren forscht das RBI an der energetischen Biomasseverwertung und hat hierzu bereits einige Erfolge, wie eine modular skalierbare Biogas-Anlage („Village Bio-Gas“) vorzuweisen.

In der neuen Anlage werden in einem ersten Verfahrensschritt die festen von den flüssigen Inhaltsstoffen getrennt, im zweiten Schritt wird dieser Flüssiganteil durch Fermentation zu Methan oder Wasserstoff. Die festen Bestandteile werden dann zu biogenen Ausgangsstoffen veredelt. Diese Stoffe, wie z.B. Grasschaum, sollen perspektivisch im Baubereich eingesetzt werden können. Somit entsteht eine Kreislaufwirtschaft mit hohem Wertschöpfungspotential.

Wie groß diese kommunalen Bioabfall-Potenziale sind, hat der BEV als auch eines seiner Mitgliedsunternehmen im Rahmen von Klimaschutz-Konzeptionen für Thüringer Kommunen nachgewiesen. Dazu wurde z.B. der jeweilige Bioabfall, wie Biotonne, Laub und Abfälle aus kommunalem Grün- und Baumschnitt erfasst.

So würde für die Stadt Jena eine energetische Verwertung der Biotonnen-Abfälle in einer „Biogas-Anlage 2.0“ eine CO2-Emissionseinsparung von 1.300 t/Jahr bei einer Einsparung von Entsorgungskosten von 350.000 €/Jahr bedeuten. Die restlichen Abfallstoffe wie Laub, Grün- und Baumschnitt ergeben 300 t/Jahr CO2-Emissionseinsparung bei Kostenreduzierungen um 140.000 €/Jahr.

Diese Ergebnisse ließen sich ohne weiteres auf alle Thüringer Kommunen, als auch auf Deutschland übertragen lassen.

„Das sind verheißungsvolle Ergebnisse, die wir uns in einem nächsten Vororttermin – dann mit der CDU-Stadtratsfraktion Jenas – weiter erläutern lassen wollen“, so das Fazit der Herren Selle und Wothly.

Von links nach rechts: Olaf Luschnig – Aufsichtsratsvorsitzender Robert Boyle Institut e.V.,
Johannes Selle – Mitglied des Deutschen Bundestages CDU/CSU-Bundestagsfraktion,
Guntram Wothly – CDU-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat Jena, Dr. Christian Huck –
1. Vorsitzender BioEnergie Verbund e.V. Foto: BioEnergie Verbund e.V. unter: Impressum